In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass viele gar kein Problem damit haben, zuzugeben, dass sie hin- und wieder Detektiv im Internet spielen. Oder sie “stalken”, wie es so schön in der Jappy-Sprache heißt. Jeder zweite auf Jappy z.B. hat doch einen Fake-Account, um seine Nebenbuhler, Nebenbuhlerinnen, Ex-Freunde oder Ex-Freundinnen auszuspionieren. Man bekommt da dezente Einblicke in die Streitkultur von heute. Vielleicht würde ich mit 15 oder 16 ähnliche Spielchen gewagt haben, wenn mir so ein Medium wie das Internet zur Verfügung gestanden hätte. Da ist ja heutzutage der Kreativität keine Grenze gesetzt.

Und auch ich suche über Google oder spezielle Personensuchmaschinen den ein oder anderen alten Bekannten. Ich finde das legitim und freue mich über so manches Suchergebnis, was mir ein normales Telefonbuch nun mal nicht anzeigen kann. Man freut sich und staunt über die Lebenswege und Entwicklungen, die man dann so entdecken kann. Doch so richtig interessant wird es anscheinend erst, wenn man in alten persönlichen Wunden bohren kann. Vielleicht kann man ja irgendwo den Ex oder die Ex entdecken und den ein oder anderen dunklen Fleck auf der Lebenslandkarte? Oder vielleicht gibt es ja ein Bildchen von der Neuen (die wegen der und so… er eben weg war, die ihn ausgespannt hat… die… die…) Die Neue hat bestimmt Pickel, Rechtschreibschwäche oder Zellulitits-das muss doch rauszukriegen sein. Und hört man sich so um, dann ist es einigen Damen und Herren enorm wichtig, den jeweils aktuellen Beziehungsstatus oder die letzten Urlaubsfotos am Strand  der ganzen Welt zu zeigen. Ein schöner Spruch auf Jappy:

“He, die sind nicht mehr zusammen.-Woher weißt Du das?-Abwesenheitsmeldung.”

Wer noch gemeiner ist, bekommt Passwörter heraus und kann dann allerhand Unsinn anstellen. Warum einen die Ex-Geschichten nicht wirklich loslassen, ist schlecht zu beantworten, liegt aber auf der Hand. Oft sind es verletzte Gefühle, die Beziehung ist im Bösen auseinandergegangen, man wurde als Partner einfach ersetzt oder wochenlang betrogen. So manche Trennungssituation hat den wahren Charakter des anderen freigelegt und man ist einfach noch nicht fertig mit ihm. Man wünscht ihm oder ihr schlimme juckende Krankheiten an den Hals oder wenigstens eine häßliche Neue. Oft kann man das dank der Social Web Gemeinschaften zeitnah miterleben, kann sich in Gehässigkeit und Schadenfreude wälzen, wenn beim Ex steht: “Mir gehts schlecht-sie ist weg.”

9 Kommentare

Sven schrieb am 11. Februar 2010 @ 15:18

Okay ab und an spioniere ich auch mal bei Google nach einer alten Schulfreundin, aber das ich irgendwo einen Fake Account anlege habe ich noch nie gemacht und das würde ich auch nicht wirklich machen.

Kaddi schrieb am 11. Februar 2010 @ 17:14

Hm, Du bist aber brav-es scheint schon ein Sport zu sein und es gibt erstaunlich wenig Unrechtsbewußtsein, was das betrifft, aber das im Internet gelogen wird, dass sich die Balken biegen, ist ja bekannt. LG Kaddi

Miki schrieb am 11. Februar 2010 @ 18:48

Ich mach sowas, aber nur gucken. Außer bei meinem Ex-Mann (ich meine, den einzigen, den ich geheiratet habe ;-) ) da hab ich beim KackBlog ein ShitBag gewonnen und die aktuelle Adresse von ihm im Internet ermittelt…. und die Scheisse dahin schicken lassen :-D

Kaddi schrieb am 11. Februar 2010 @ 19:00

Oh nein… Miki… was ist ein ShitBag… ich hoffe, doch nur eine Ersatzmasse… also neeeeeeeeee… Wie hat er reagiert? Wenn überhaupt? LG Kaddi

Nila schrieb am 11. Februar 2010 @ 19:06

Selbstverständlich gehöre auch ich zu der Sorte, die ab und an gerne mal im Internet nach “Verflossenen” googelt. Dann bin ich auf Facebook Mitglied geworden. Grmpf, und nach Monaten wieder gelöscht. Weil ich von ein paar irren Verflossenen belästigt wurde.
Lol, ich google trotzdem munter weiter. Das ist einfach die Neugierde der Frau. ;)

Miki schrieb am 11. Februar 2010 @ 19:15

@Kaddi
das ist eine stinkende Ersatzmasse, Reaktion nicht bekannt, aber ich hatte Spass!! :-D

admin schrieb am 11. Februar 2010 @ 19:37

@Nila: Könnte sein, dass es ein Frauenphänomen ist. Obwohl ich bei einigen Leuten auch ein besseres Orakel wäre-was man da so rausbekommt, war irgendwie schon klar.
Ich kenne aber eben auch Männer, die nicht nur suchen, sondern eben gleich mit dem Herausfinden von Passwörtern Nägel mit Köpfen machen. Das habe ich ausschließlich von Männern gehört-von Frauen eben sowas wie Fake-Account und übelste Nachrederei… einfach Fieses streuen…

@Miki… gut. Letztens wurde doch auch von einem berichtet, der echten Mist für Geld verschickt…. Es gibt ja die dollsten Dinger… LG Kaddi

Sebi schrieb am 16. Februar 2010 @ 0:44

Hammer .. ich hab echt noch nie drüber nachgedacht – aber ne Ex oder meinen Chef hab ich noch nie im Leben gegoogelt .. wäre wohl mal an der Zeit ein auf Sherlock Holmes zu machen!

janos schrieb am 7. März 2010 @ 19:41

Ja ich gebe es zu ich habe am Anfang der Trennung viele mal nachgeschaut bei Google nach meiner EX, waren ja auch 10 Jahre die wir zusammen waren

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