Gestern hatte ich die Gelegenheit mit einer Freundin in die 3D-Vorstellung von Avatar zu gehen. Für 3D-Kino müssen wir Armen ja erst mal ein Stück fahren und es bedarf schon einiger Vorbereitung. Eines der nächstgelegenen Kinos, in denen man die Möglichkeit des 3D-Kuckens hat, ist das Concerthaus Brandenburg. Zur Sicherheit habe ich die Karten vorbestellt, was uns gute Plätze sicherte. Eine freundliche Dame nahm die Bestellung entgegen und erklärte das Prozedere. Die Reservierung wird unter dem eigenen Namen registriert und die Karten holt man sich dann eine halbe Stunde vor der eigentlich Vorstellung ab.

Das Concerthaus liegt in der Innenstadt von Brandenburg in der Steinstrasse. Trotz der vielen angrenzenden und gut besuchten Restaurants fanden wir schnell einen Parkplatz und liefen nur wenige Schritte bis zum Kino. Es handelte sich allerdings um die 23.00 Uhr Vorstellung, was das entspannte Ankommen vielleicht erklären könnte. Vor ein paar Jahren war ich das letzte mal in diesem Kino. Ich hatte eine neutrale Erinnerung an die Räumlichkeiten und bin dadurch vorurteilsfrei gewesen. Eine viertel Stunde vor der Filmvorstellung darf man allerdings erst die oberen Stockwerke, die zum Kinosaal 4 führen, betreten. Danke für den lauten Hinweis, denn alle Augenpaare richteten sich auf uns, als hätten wir die Kinokasse geklaut. Also hieß es noch zwanzig Minuten in dem nicht so einladenden Foyer (keine Sitzmöglichkeiten) zu stehen oder als Alternative draußen bei den Rauchern.

Im Übrigen haben wir 10,50 Euro pro Person bezahlt, worauf wir dann auf Popcorn und Cola verzichteten. Zur Überbrückung bis zur Vorstellung füllten wir erst mal unser Spaßkonto mit dem Aufprobieren der an der Kasse erhaltenen 3D-Brillen auf. Billige Plastegestelle waren das (scharfkantig, kaum entgratet) und  mir schwante böses. Da ich keine Brille trage, wußte ich das drei Stunden mit so einer Brille verdammt lang werden können. Brillenträger setzen sie vor ihre eigentliche Brille.

Der Saal war gut gefüllt, roch leider etwas muffig von unseren Vorgängern (es fehlte jede Menge Sauerstoff), das Publikum war angenehm (die üblichen Knisterattacken und Popcorngerüche, aber keine Laberbacken, die den Film kommentierten). Allerdings hatte mein Sessel ein leichtes Gefälle zu meinem mir nicht näher bekannten Nachbarn. Der war zum Glück von der netten und lockeren Sorte und wir witzelten über die unbequemen Sessel. Wehmütig dachte ich an die schönen Sitzreihen (komplette Bänke) im Rathenower Kino. Aber ich wußte ja, warum ich da war. Avatar hatte ich bereits einmal in Rathenow in 2D gesehen. Der große Kinosaal 1 im Rathenower Kino ist einfach wie geschaffen für Filme wie Avatar.

Meine Begleitung und ich freuten uns schon wie kleine Kinder auf die 3D-Vorstellung und wir wurden auch nicht enttäuscht. Man konnte soviel entdecken. Ein paar mal dachte ich, Sigourney Weaver kommt gleich zu mir und schallert mir eine, weil ich ihre wissenschaftlichen Untersuchungen belächelte. Das wirkte schon mal sehr realistisch. War ich bei der 2D-Vorstellung Zuschauer, fühlte ich mich jetzt als Statist im Film. Mitten drin. Bei einigen Szenen musste ich wegsehen, weil meine Augen da nicht mitmachen wollten. Außerdem begannen meine Ohren und meine Nase zu schmerzen und ich versuchte ständig die Brille in eine angenehmere Position zu drücken. Einen Großteil des Films hielt ich die Brille mir einfach nur mit der Hand vor die Augen. Das verstärkte den ohnehin starken Fremdkörpereffekt und die letzte halbe Stunde war dann eine sehr unruhige. Dies bemerkte ich dann auch bei den anderen Zuschauern.

Als Fazit sage ich, Avatar – Aufbruch nach Pandora in 3D war sehr schön, aber nicht so fantastisch wie ich dachte. Für die Augen war es eine große Herausforderung und Anstrengung, jedoch absolut machbar. Ich hatte keine Übelkeit oder andere bereits wild verbreitete Nebenerscheinungen durch 3D. Mit der Musik konnte ich mich auch besser anfreunden und wenn ich mich auch noch so wehre-Avatar ist einer der besten Filme, die ich kenne.


2 Kommentare

Michaela schrieb am 1. Februar 2010 @ 21:03

Hi liebe Katrin, also ich hab Avatar noch nicht gesehen, weder in 2D noch in 3D ;-)
Mein großes Kind hat ihn zusammen mit ihrem Freund angeschaut, in 2D, sie fanden ihn ganz gut; man kann den Film hier bei uns in MD im Cinemaxx seit einigen Tagen auch in 3D anschauen, aber ich denke, dazu fehlt mir die Muße…ich habe nicht mehr so den Nerv dazu, mir im Kino Filme anzuschauen, die länger als eineinhalb Stunden laufen; u.a. auch wegen “Knisterern” und “Raschelern” und “Kommentatoren” oder auch wegen der langen Sitzerei. Bin aber sonst sehr interessiert daran, mal einen Film in 3D zu schauen. Du als Film-Profi weißt doch bestimmt, wann der nächste (90-minütige) 3D-Film anläuft??
Liebe Grüße, Deine Michaela

Kaddi schrieb am 1. Februar 2010 @ 21:20

Liebe Michaela! Ja, die Zeit ist schon Wahnsinn, aber beim ersten mal sehen vergingen die drei Stunden wirklich sehr schnell-ähnlich Herr der Ringe-einfach sehenswert-man möchte nicht, dass der Film zu Ende geht.

Also aus dem Kopf weiß ich, dass Shrek in 3D kommt (die Ausschnitte waren schon mal faszinierend). Auch der nächste Harry Potter soll eventuell eine 3D Aufwertung bekommen. So sind wohl einige Filme im Gespräch.
Was die Knisterer betrifft, musste ich mich extrem auf den Film konzentrieren und je spannender der Film wurde, desto weniger wurde geknistert. In Rathenow habe ich ja mal ne ganze Meute zusammengenießt, weil die permanent quatschten und zwischenriefen. Danach war Ruhe und mir wars dann doch peinlich. Ich hab halt gesagt, dass ich schließlich Eintritt bezahlt hätte und das nicht wenig und dafür könne ich erwarten, den Film auch zu hören und nicht nur zu sehen. Seufz. Deine Kaddi

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